Terroir

Der Begriff TERROIR…die Herkunft schmecken

terrorHerkunftsbezeichnungen haben im deutschen und im europäischen Weinbau eine lange Tradition und eine große Bedeutung. Auch in Deutschland wird dafür zunehmend der Begriff „Terroir“ verwendet. Die direkte Übersetzung des Wortes aus dem französischen bedeutet „Boden, Erdreich, Ursprung, Herkunft, Lage, Weinberg“. Sie greift zu kurz. Der Begriff steht für die Ganzheit der Wirkungen von natürlichen Standortfaktoren und dem Einfluss des Winzers auf den Stil eines Weines. Er umfasst Standortfaktoren wie die Bodenart, den Wasserhaushalt oder die Zahl der Sonnenscheinstunden, aber auch die Sortenwahl oder spezifische An- und Ausbauverfahren. Terroir bedeutet demnach mehr als Boden. Terroir bedeutet „die Herkunft schmecken“. Der Begriff Terroir wird daher nicht allein für Wein, sondern für eine Vielzahl von Agrarprodukten benutzt.

Die natürlichen Standortfaktoren werden durch die Arbeit des Winzers verändert. Ein für den Standort optimierter Weinbau wird das mögliche Potenzial in besonderem Maße ausschöpfen. Die Auswahl der Rebsorte, im optimalen Fall der Anbau einer autochthonen Sorte, ein an den Standort angepasster Weinbau und der Einsatz einer traditionellen Oenologie sind elementare Bausteine eines herkunftsbetonten Weinbaues. Bewusst wird der Einfluss der Umweltbedingungen und des Jahrganges in Kauf genommen und eine Vielfalt an Weinen produziert. Natürlich beeinflusst auch der herkunftsbetonte Weinbau das „Terroir“.

Es ist jedoch insbesondere bei den oenologischen Verfahren eine gewisse Zurückhaltung notwendig. So kann für den Rheingau und die Hessische Bergstraße der Anbau internationaler Sorten oder der Einsatz von Barriquefässern eine sinnvolle Ergänzung sein. Dies verändert aber den traditionellen Charakter der Weine sehr stark. Wenn die Erzeugung einer Marke im Vordergrund steht, werden alle weinbaulichen und oenologischen Maßnahmen ergriffen, die Umwelteinflüsse zu minimieren, um einen über Jahre hinweg konstanten Weinstil zu produzieren. Die Herkunft ist dann nicht mehr schmeckbar. Wenige internationale Sorten erobern eine zentrale Marktstellung. Das Projekt „Terroir Hessen“ ist ein Teil der Diskussion um Herkunft versus Marke.

Rheingau

Die Kulturlandschaft Rheingau erstreckt sich rechtsrheinisch von Walluf bis Lorchhausen und zieht sich als sanft gewelltes Hügelland von den Höhen des Taunushauptkammes hinunter bis zum Rhein. Der Rheingau als Landschaft ist Kern des gleichnamigen Weinbaugebietes.

Das Klima im Rheingau ist geprägt durch trocken-warme Sommer und milde Winter. In den Ortslagen nahe dem Rhein wachsen in den Gärten mediterrane Gehölze (Feigenbäume, Oliven, Aprikosen und Pfirsiche), an den Rhein-Steilhängen herrscht eine an die Trockenheit angepasste Vegetation vor.

Hattenheim ist ein kleiner, geschichtsträchtiger Weinort im Rheingau. Das Dorf wurde schon 954 erstmals urkundlich erwähnt. Den alten Ortskern um den historischen Marktplatz und das Rathaus zieren restaurierte Fachwerkhäuser an kleinen gepflasterten Gässchen. Besonders sehenswert ist die Hattenheimer Burg, die um 1100 von den „Herren von Hattenheim“ erbaut wurde. Heute ist die Burg Mittelpunkt zahlreicher Weinfeste und Veranstaltungen das ganze Jahr über.

Das Weingut Georg Müller Stiftung liegt im alten Dorfkern, die Weinberge befinden sich hauptsächlich in der Hattenheimer Gemarkung, also im Herzen des Rheingaus.

Das Gut besitzt auf einer Fläche von etwa 14 Hektar hervorragende Weinlagen, darunter Spitzenlagen wie Nussbrunnen, Wisselbrunnen, Hassel, Schützenhaus, Engelmannsberg oder Jungfer. In den Lagen des Weingutes werden rund 80% Riesling, 15% Spätburgunder sowie  Frühburgunder, Müller-Thurgau, Auxerrois, Sauvignon Blanc und Ehrenfelser umweltschonend angebaut.